Kondolieren in der Schweiz: Beileid aussprechen und eine Kondolenzkarte schreiben, auch für Firmen und Vereine
Kondolieren heisst, der Trauerfamilie Ihre Anteilnahme zu zeigen. Hier lesen Sie, welche Formen in der Schweiz üblich sind, was in eine Kondolenzkarte gehört und wie Firmen und Vereine ihr Beileid ausdrücken.

Das Wichtigste in Kürze
- Kondolieren umfasst jede Form der Anteilnahme: ein Händedruck, ein paar Worte, eine Karte, ein Brief, Blumen oder eine Spende.
- Eine Pflicht zur Karte gibt es nicht. Wer der Familie nicht nahesteht, kondoliert oft mit einer handgeschriebenen Karte oder ein paar Zeilen online.
- Eine Kondolenzkarte hat meist diesen Aufbau: Anrede, Beileid, eine persönliche Erinnerung, ein ehrliches Hilfsangebot und ein Gruss. Ihr Absender mit Adresse gehört dazu.
- Firmen können eine gemeinsame Kondolenzkarte, Blumen, eine Vertretung an der Trauerfeier und eine eigene Anzeige vorsehen, aber nur in Absprache mit der Familie.
- Sie dürfen sich Zeit lassen. Auch eine Karte Wochen nach der Beerdigung kann der Familie guttun.
Wenn jemand stirbt, wollen viele Menschen der Familie etwas sagen und wissen nicht, wie. Dieser Artikel zeigt, welche Formen der Anteilnahme in der Schweiz üblich sind, was in eine Kondolenzkarte gehört und wie Firmen und Vereine kondolieren. Am Ende lesen Sie, wie Sie als Trauerfamilie auf Beileidsbekundungen antworten können.
Kondolenzkarte schreiben: Schritt für Schritt
Notizen
Was heisst kondolieren?
Kondolieren heisst, der Trauerfamilie das Beileid auszusprechen. Der Schweizerische Verband der Bestattungsdienste versteht unter Kondolenz alle Formen der Beileidsbezeugung und Anteilnahme am Tod eines Menschen.
Dazu gehören ein Händedruck und ein paar Worte, eine Karte, ein Brief, Blumen oder eine Spende. Es gibt keine einzig richtige Form. Jeder Mensch trauert auf seine Weise. Was die eine Person tröstet, kann eine andere belasten. Ein guter erster Schritt ist, sich zu fragen: Wie geht es der Familie jetzt? Kam der Tod überraschend oder war er absehbar?
Wie kondoliert man in der Schweiz?
Wie Sie kondolieren, hängt davon ab, wie nahe Sie der Familie stehen. Wenn Sie den Angehörigen persönlich begegnen, etwa nach der Abdankung (der Trauerfeier), reichen ein Händedruck und ein ernst gemeintes «Mein Beileid». Wer der Familie nähersteht, kann ein paar freundliche Worte über die verstorbene Person anfügen.
Die üblichen Formen im Überblick:
- Persönlich: Händedruck, Umarmung oder ein kurzer Satz. Wenn Ihnen die Worte fehlen, dürfen Sie das auch sagen.
- Karte: Wenn Sie der Familie nicht so nahestehen, ist eine handgeschriebene Karte üblich. Auch ein paar Zeilen bei einer online Todesanzeige sind möglich.
- Brief: Ein Brief lässt Raum für mehr Persönliches und wahrt trotzdem einen rücksichtsvollen Abstand.
- Blumen oder Spende: je nach Wunsch der Familie in der Todesanzeige.
Vermeiden Sie Sätze wie «Kopf hoch, das Leben geht weiter». Sie sind gut gemeint, übergehen aber den Schmerz der Trauernden. Mehr dazu, wie Sie Trauernden begegnen, lesen Sie im Artikel Wie begegne ich einer trauernden Person?.
Muss ich eine Karte schreiben?
Nein, eine Pflicht gibt es nicht. Wichtiger als die Form ist, dass Sie sich überhaupt melden. Wer Trauernden aus Unsicherheit aus dem Weg geht, lässt sie mit ihrem Schmerz allein.
Eine Karte ist dann sinnvoll, wenn Sie die Familie nicht persönlich treffen oder an der Abdankung nicht dabei sein können. Auch wer an der Feier kondoliert hat, kann zusätzlich schreiben. Eine Karte lässt sich in Ruhe lesen und aufbewahren.
Sie dürfen sich Zeit lassen. In den ersten Tagen sind Angehörige oft mit der Beerdigung und den Formalitäten beschäftigt. Danach wird es für viele plötzlich still. Eine Karte in dieser Zeit kann besonders willkommen sein, auch Wochen nach dem Todestag.
Was schreibe ich in eine Kondolenzkarte?
Eine Kondolenzkarte braucht wenige, ehrliche Sätze. Die meisten Kondolenzschreiben folgen laut dem Verband der Bestattungsdienste diesem Aufbau:
- Anrede: «Liebe Ruth», «Sehr geehrte Familie Meier».
- Einleitung: dass Sie vom Tod erfahren haben und betroffen sind.
- Beileid: «Mein herzliches Beileid.»
- Persönlicher Bezug: wie Sie die verstorbene Person erlebt haben, was Sie an ihr geschätzt haben, eine gemeinsame Erinnerung.
- Hilfe anbieten: nur, wenn Sie es ehrlich meinen.
- Zuversicht: zum Beispiel, dass die Erinnerung bleibt.
- Gruss und Ihr Name.
An diesen Aufbau müssen Sie sich nicht halten. Wie lang der persönliche Teil wird, hängt davon ab, wie gut Sie die verstorbene Person kannten. Bei einer kurzen Höflichkeitskarte genügen zwei, drei Sätze.
Wichtig ist der Absender: Schreiben Sie Vorname, Name, Adresse, Postleitzahl und Ort dazu. So kann die Familie sich später bedanken.
Beispielsätze
- Wenn Sie die verstorbene Person kannten: «Mit grosser Trauer habe ich vom Tod deines Vaters erfahren. Ich denke oft an die Nachmittage in seiner Werkstatt. Seine Geduld werde ich nicht vergessen.»
- Wenn Sie nur die Angehörigen kennen: «Liebe Sandra, es tut mir sehr leid, dass du deine Mutter verloren hast. Ich denke an dich und wünsche dir viel Kraft in dieser Zeit.»
- Hilfe anbieten: «Wenn ich dir etwas abnehmen kann, Einkäufe oder Fahrten, melde dich. Ich bin da, auch in ein paar Monaten.»
Haben Sie die verstorbene Person nicht gekannt, schreiben Sie nichts anderes. Tun Sie nicht so, als hätten Sie sie gekannt. Das fällt auf.

Die Schweizerische Post empfiehlt, die Karte von Hand zu schreiben. Sie können der Karte etwas Persönliches beilegen, zum Beispiel ein altes Foto der verstorbenen Person. Manche legen auch einen Beitrag für den Grabschmuck bei.
Blumen oder Spende?
Ob Blumen oder eine Spende passen, steht meist in der Todesanzeige oder im Leidzirkular. Ein Leidzirkular ist eine persönliche Mitteilung per Post, die über den Tod informiert und zur Abschiedsfeier einlädt.
- Blumen: Laut dem Verband der Bestattungsdienste sind Kränze, Sargbouquets, Gestecke und Blumenschalen üblich, mit oder ohne Schleife. Die Schleife ist ein bedrucktes Band, zum Beispiel mit «Zum Abschied / Die Nachbarn». Bei der Bestellung geben Sie an, wohin und wann die Blumen geliefert werden sollen.
- «Statt Blumen»: Mit diesem Vermerk wünscht die Familie eine Spende an eine Organisation, oft mit IBAN angegeben. Die Familie erhält später eine Liste mit den Namen der Spenderinnen und Spender, damit sie sich bedanken kann. Pro Senectute bittet zum Beispiel, bei der Überweisung den Namen der verstorbenen Person zu vermerken.
Wie kondolieren Firmen?
Firmen kondolieren am besten in Absprache mit der betroffenen Person oder der Familie. Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, gibt dazu im Leitfaden «Trauer in der Arbeitswelt» konkrete Empfehlungen.
Wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter einen nahen Menschen verliert:
- eine Aufmerksamkeit nach Hause schicken, zum Beispiel Blumen
- eine gemeinsame Kondolenzkarte des Teams vorschlagen
- mit dem Einverständnis der betroffenen Person eine Vertretung der Firma an die Trauerfeier schicken
- Kolleginnen und Kollegen freigeben, die an die Trauerfeier gehen möchten
Wie viele freie Tage Angestellten zustehen, lesen Sie im Artikel Todesfall in der Familie: Wie viele freie Tage stehen Angestellten zu?.
Wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter stirbt:
- den Angehörigen Blumen nach Hause schicken
- erst nach der Todesanzeige der Familie eine Anzeige im Namen der Firma veröffentlichen, und gar keine, wenn die Familie keine Anzeige aufgibt
- Mitglieder der Geschäftsleitung oder der Personalabteilung an die Trauerfeier schicken, und am Leidmahl teilnehmen, wenn die Familie einlädt
- ein Kondolenzbuch auflegen, in das sich Kolleginnen und Kollegen eintragen. Es wird danach der Familie übergeben.
Wie kondolieren Vereine?
Vereine kondolieren meist mit einer Karte im Namen des Vorstands oder mit Blumen. Der Verband der Bestattungsdienste nennt als Beispiel für eine Schleife «Letzter Gruss / Deine Vereinskollegen». In der Karte hilft ein konkreter Satz über die Person im Verein, etwa ihre Jahre im Chor oder ihr Einsatz am Dorffest.
Für die Familie gut zu wissen: Die Mitgliedschaft endet mit dem Tod, ausser die Statuten sehen eine Übertragung auf die Erben vor. Sie können den Verein einfach über den Todesfall informieren.
Wenn Sie selbst Beileid erhalten
Als Trauerfamilie müssen Sie nicht sofort antworten. Viele Familien danken später mit einer Danksagung. Das ist eine Karte oder eine Zeitungsanzeige, mit der sie sich für die Anteilnahme, die Blumen, die Spenden und die Hilfe bei der Pflege bedanken. Das Bestattungsunternehmen hat dafür Vorlagen und kann den Versand übernehmen. Wie Sie die Todesanzeige verfassen, lesen Sie unter Wie schreibe ich eine Todesanzeige?. Wenn die Trauer Sie länger begleitet, finden Sie Unterstützung im Artikel Trauerhilfe.
Möchten Sie einer Trauerfamilie Blumen schicken? Das geht über Trauerblumen versenden.
Häufige Fragen
Muss ich eine Kondolenzkarte schreiben?
Nein, eine Pflicht gibt es nicht. Sie können Ihr Beileid auch mit einem Händedruck und ein paar Worten, einem Brief, ein paar Zeilen online, mit Blumen oder einer Spende ausdrücken. Wichtig ist, dass Sie der Trauerfamilie überhaupt zeigen, dass Sie an sie denken.
Was schreibe ich in eine Kondolenzkarte, wenn ich die verstorbene Person nicht kannte?
Dann schreiben Sie an die Person, die Sie kennen, zum Beispiel die Arbeitskollegin oder den Nachbarn. Sprechen Sie Ihr Beileid aus und wünschen Sie Kraft. Tun Sie nicht so, als hätten Sie die verstorbene Person gekannt. Das fällt auf und wirkt nicht ehrlich.
Wie lange nach einem Todesfall kann ich noch kondolieren?
Eine feste Frist gibt es nicht, Sie dürfen sich Zeit lassen. Nach der Beerdigung wird es für viele Angehörige plötzlich still. Eine Karte oder eine kurze Nachricht in dieser Zeit kann sehr geschätzt werden, auch wenn der Todestag schon eine Weile zurückliegt.
Wie kondoliert eine Firma beim Tod einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters?
Laut dem Leitfaden von Travail.Suisse kann die Firma den Angehörigen Blumen nach Hause schicken, Mitglieder der Geschäftsleitung oder der Personalabteilung an die Trauerfeier schicken und ein Kondolenzbuch auflegen, das später der Familie übergeben wird. Eine Anzeige im Namen der Firma erscheint erst nach der Anzeige der Familie. Hat die Familie keine Anzeige veröffentlicht, lässt man sie weg.
Was bedeutet «statt Blumen» in einer Todesanzeige?
Die Familie wünscht sich anstelle von Blumen eine Spende an eine Organisation. Diese ist in der Todesanzeige oder im Leidzirkular genannt, oft mit IBAN. Die Familie erhält später eine Liste mit den Namen der Spenderinnen und Spender, damit sie sich bedanken kann.
Quellen und weiterführende Links
- Schweizerischer Verband der Bestattungsdienste SVB: Kondolieren
- Schweizerischer Verband der Bestattungsdienste SVB: Blumen
- Schweizerischer Verband der Bestattungsdienste SVB: Todesanzeige und Druck (2025)
- Travail.Suisse: Trauer in der Arbeitswelt. Leitfaden für Unternehmen (2022)
- Pro Senectute Schweiz: Trauerspende
- vitamin B, Fachstelle für Vereine: Tod eines Mitglieds
- Die Schweizerische Post: Schreibtipps Trauer
- SRF Wissen: Kondolieren, die Sprache des Mitgefühls (2013)
Thomas ZahndMitgründer und Co-GeschäftsführerThomas Zahnd verantwortet mit Trauerportal den Ratgeber, der Angehörigen in der Schweiz die Schritte nach einem Todesfall verständlich erklärt.Mit KI recherchiert, von Thomas Zahnd geprüft

