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Mit den Eltern über den Tod reden: ehrlich über Wünsche, Vorsorge und die Beerdigung sprechen

Mit den Eltern über den Tod reden fällt vielen schwer. Hier erfahren Sie, wie Sie das Gespräch mit Ihren Eltern beginnen, welche Fragen Sie gemeinsam klären können, auch zur Beerdigung, und wo Sie Unterstützung finden.

Nicolas HaelgTrauerportalVeröffentlicht am 6 Min. Lesezeit
Jüngere Frau im Gespräch mit einer älteren Frau am Tisch
Bild: Foto: Age Cymru / Unsplash

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Gespräch über den Tod muss nicht auf einmal gelingen. Laut Bund ist die Gesundheitliche Vorausplanung ein Prozess, in dem sich Wünsche verändern dürfen.
  • Wichtige Themen sind Wünsche zur medizinischen Behandlung, eine Vertretungsperson, Wünsche zur Bestattung und der Aufbewahrungsort wichtiger Dokumente.
  • Hilfsmittel wie das Kartenset Go Wish von Pro Senectute erleichtern den Einstieg ins Gespräch.
  • Wünsche zur Bestattung gehören nicht ins Testament, weil es erst nach der Beerdigung eröffnet wird. Dafür gibt es Anordnungen für den Todesfall.
  • Ihre Eltern entscheiden selbst. Eine Patientenverfügung darf nicht unter Druck entstehen.
Inhalt · 7 Abschnitte

«Wie spreche ich mit meinen Eltern über den Tod?» Diese Frage stellen sich viele erwachsene Kinder, oft lange bevor sie das Gespräch wagen. Hier erfahren Sie, wie Sie beginnen können, welche Themen Sie gemeinsam klären können und welche Hilfsmittel und Fachstellen Sie unterstützen.

TrauerportalRatgeber

Themen für das Gespräch mit den Eltern

Notizen

Niemand muss alle Punkte an einem Abend klären. Sie können die Liste ausdrucken und Schritt für Schritt durchgehen.

Warum ist es wichtig, mit den Eltern über den Tod zu reden?

Wenn Wünsche vorher besprochen sind, müssen Angehörige im Ernstfall nicht raten. Fehlen solche Gespräche, stehen Nahestehende laut einer Publikation des Bundesamts für Sozialversicherungen vor schwierigen Fragen: Welche Behandlung hätte die betroffene Person gewollt? Welche hätte sie abgelehnt? Wer soll sie vertreten?

Laut dem Bundesamt für Gesundheit sind rund 70 Prozent der Todesfälle in der Schweiz zu erwarten, Stand: Oktober 2026. Sie könnten also frühzeitig vorbereitet werden. Gleichzeitig hält das Bundesamt fest, dass sich viele Menschen nicht mit dem Lebensende befassen möchten und das Sterben ein gesellschaftliches Tabu ist. Wenn Ihnen das Gespräch schwerfällt, ist das also nichts Ungewöhnliches.

Auch für die Zeit nach dem Tod entlasten klare Wünsche. Pro Senectute schreibt, dass Anordnungen zu Bestattung, Trauerfeier oder Trauermahl die Hinterbliebenen entlasten.

Wie beginne ich das Gespräch mit meinen Eltern?

Ein konkreter Anlass oder ein Hilfsmittel macht den Einstieg leichter. Sie müssen das Thema nicht in einem einzigen Gespräch abschliessen.

Ein Anlass. Die Gesundheitliche Vorausplanung ist das Nachdenken und Sprechen über die eigenen Wünsche zu Behandlung und Betreuung, für den Fall, dass man nicht mehr selbst entscheiden kann. Der Bund beschreibt sie als fortlaufenden Prozess. Anlässe, frühere Entscheidungen zu überprüfen, sind zum Beispiel eine chronische Erkrankung, eine neue Diagnose, persönliche Erfahrungen oder eine neue Lebensphase. Ein solcher Anlass kann auch der Beginn Ihres Gesprächs sein.

Gesprächskarten. Pro Senectute bietet das Kartenset Go Wish an. Die 36 Karten enthalten Wunschformulierungen rund um das Lebensende. Laut Pro Senectute erleichtern sie den Einstieg ins Gespräch mit Angehörigen und helfen, Vorsorgedokumente wie Patientenverfügung und Vorsorgeauftrag auszufüllen. Gemeinsam Karten auszulegen, ist für manche Familien leichter als eine direkte Frage.

Zuhören. Ihre Eltern entscheiden selbst, was sie festlegen möchten. Die Vorausplanung ist laut Bundesamt für Gesundheit freiwillig. Eine Patientenverfügung muss gemäss ch.ch dem wirklichen Willen entsprechen und darf nicht unter Druck entstehen.

Video: ein Familientherapeut über das Gespräch mit den Eltern

Im folgenden Video spricht Peter Angst, Paar- und Familientherapeut, mit dem Trauerportal darüber, warum diese Gespräche wichtig sind, wie man das Thema behutsam anspricht und welche Schritte helfen, gemeinsam Klarheit zu schaffen.

Video: Mit den Eltern über den Tod reden: Gespräch mit Peter Angst, Paar- und Familientherapeut (YouTube)

Welche Fragen helfen im Gespräch?

Gute Fragen drehen sich zuerst um Werte, dann um konkrete Entscheidungen. Der Bund nennt vier Grundfragen der Vorausplanung, die Sie Ihren Eltern stellen können:

  • Was ist dir in deinem Leben wichtig?
  • Welche medizinischen Behandlungen kommen für dich infrage?
  • Welche Belastungen möchtest du vermeiden?
  • Wer soll dich vertreten, wenn du nicht mehr selbst entscheiden kannst?

Laut palliative.ch ist es sinnvoll, sich schon im Voraus mit einer Vertrauensperson für den Fall der eigenen Urteilsunfähigkeit auszutauschen. Urteilsunfähig heisst hier: nicht mehr in der Lage, selbst zu entscheiden. Das gilt auch für gesunde Menschen. Wer eine chronisch fortschreitende Krankheit hat, bespricht seinen Willen laut palliative.ch am besten auch mit einer medizinischen Fachperson.

Wie spreche ich mit meinen Eltern über die Beerdigung?

Fragen Sie nach Wünschen zur Bestattungsart, zum Ort und zur Trauerfeier, und halten Sie auch fest, was Ihre Eltern nicht möchten. Pro Senectute empfiehlt ausdrücklich, auch Abgelehntes aufzuschreiben.

In der Schweiz gibt es laut Pro Senectute grundsätzlich zwei Bestattungsarten: die Kremation, also die Einäscherung, und die Erdbestattung im Sarg. Eine Erdbestattung ist nur auf offiziellen Friedhöfen erlaubt, die Beisetzung nach einer Kremation lässt sich freier gestalten. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Erdbestattung oder Kremation: die Bestattungsarten in der Schweiz.

Weitere Fragen für das Gespräch über die Beerdigung:

  • Soll es eine Aufbahrung geben, also eine Gelegenheit für Familie und Bekannte, sich von der verstorbenen Person zu verabschieden, zum Beispiel in der Friedhofskapelle?
  • Wünschen sich die Eltern eine kirchliche Trauerfeier? Gibt es Musik, die gespielt werden soll?
  • Wie soll das Trauermahl aussehen?
  • Sind die Wünsche finanzierbar? Laut Pro Senectute werden die Bestattungskosten im Normalfall aus dem Nachlass bezahlt.

Pro Senectute rät auch, auf die Bedürfnisse der Hinterbliebenen Rücksicht zu nehmen: Die Trauerfeier ist wichtig, um gemeinsam zu trauern und Abschied zu nehmen. Bei offenen Fragen helfen Bestattungsinstitute, Friedhofsverwaltungen, Seelsorgende und medizinisches Fachpersonal weiter.

Wie halten die Eltern ihre Wünsche schriftlich fest?

Damit Wünsche gelten und gefunden werden, sollten sie schriftlich vorliegen. Für jeden Bereich gibt es ein eigenes Dokument mit eigenen Formvorschriften.

Füllfeder schreibt in Schreibschrift auf Papier
Bild: Trauerportal
Dokument Wofür Form Quelle
Patientenverfügung Wünsche zur medizinischen Behandlung, wenn man den eigenen Willen nicht mehr äussern kann Datiert und von Hand unterschrieben, sonst für Ärztinnen und Ärzte nicht bindend ch.ch
Vorsorgeauftrag Vertretung bei Urteilsunfähigkeit: Personensorge, Vermögenssorge, Vertretung im Rechtsverkehr Von Anfang bis Ende von Hand geschrieben oder notariell beurkundet Pro Senectute
Anordnungen für den Todesfall Wünsche zu Aufbahrung, Bestattung, Trauerfeier, Trauermahl, Hinweise für Angehörige Keine besonderen Formvorschriften; Datum und Unterschrift erleichtern die Umsetzung Pro Senectute
Testament Verteilung des Nachlasses Eigenhändig: ganz von Hand, mit Datum und Unterschrift; oder öffentlich mit Urkundsperson und zwei Zeugen Pro Senectute

Stand der Tabelle: Oktober 2026.

Die Patientenverfügung geben die Eltern laut ch.ch einer nahestehenden Person oder der Hausärztin oder dem Hausarzt. Ein Hinweis im Portemonnaie zeigt, wo sie liegt. Die FMH, der Berufsverband der Ärztinnen und Ärzte, empfiehlt, die Verfügung alle zwei Jahre zu überprüfen. Beratung zur Patientenverfügung finden Sie auch im Verzeichnis des Trauerportals.

Was nach einem Todesfall konkret zu tun ist, beschreibt der Ratgeber Todesfall in der Schweiz: die ersten Schritte.

Wo finden Sie und Ihre Eltern Unterstützung?

Sie müssen das Gespräch und die Dokumente nicht allein vorbereiten. Mehrere Fachstellen bieten Vorlagen, Kurse und Beratung an.

  • Pro Senectute: Das Vorsorgedossier Docupass enthält Vorlagen für Patientenverfügung, Vorsorgeauftrag und Testament sowie Informationen zu Anordnungen für den Todesfall. Die kantonalen Pro Senectute Organisationen informieren über Kurse zur persönlichen Vorsorge.
  • Ärztin oder Arzt: Laut ch.ch kann man sich beim Ausfüllen der Patientenverfügung von der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt beraten lassen.
  • Letzte Hilfe Kurs: Der Kurs vermittelt in vier bis höchstens sechs Stunden Grundwissen zu Sterben, Tod und Trauer, auch zum Thema «Vorsorgen und Entscheiden». Er steht allen Erwachsenen offen, Vorkenntnisse braucht es nicht. Fachpersonen aus Pflege, Seelsorge und Palliative Care leiten die Kurse. In der Schweiz hält die Reformierte Kirche Kanton Zürich die Lizenz.
  • Notariat oder Anwaltskanzlei: Pro Senectute empfiehlt, ein eigenhändiges Testament von einer Fachperson prüfen zu lassen, damit unklare Formulierungen später nicht zu Streit führen.

Beratung zum Vorsorgeauftrag finden

Häufige Fragen

Wann ist der richtige Zeitpunkt, mit den Eltern über den Tod zu reden?

Einen festen Zeitpunkt gibt es nicht. Laut palliative.ch sollten sich bereits gesunde Menschen überlegen, unter welchen Bedingungen ihr Leben trotz Einschränkungen noch lebenswert wäre. Gute Anlässe sind zum Beispiel eine neue Diagnose, eine chronische Krankheit oder der Beginn einer neuen Lebensphase. Das Gespräch kann später wiederholt werden, weil sich Wünsche verändern.

Was kann ich tun, wenn meine Eltern nicht über den Tod sprechen wollen?

Laut Bundesamt für Gesundheit möchten sich viele Menschen nicht mit dem Lebensende befassen, und die Vorausplanung ist freiwillig. Drängen hilft nicht: Eine Patientenverfügung muss dem wirklichen Willen entsprechen und darf nicht unter Druck entstehen. Ein Hilfsmittel wie das Kartenset Go Wish von Pro Senectute oder ein Letzte Hilfe Kurs kann den Einstieg zu einem späteren Zeitpunkt erleichtern.

Gehören Wünsche zur Beerdigung ins Testament?

Nein. Pro Senectute rät, Wünsche zur Bestattung nicht ins Testament zu schreiben, weil das Testament erst nach der Beerdigung eröffnet wird. Besser sind schriftliche Anordnungen für den Todesfall, mit Datum und Unterschrift, an einem Ort, den die Angehörigen kennen.

Welche Dokumente sollten meine Eltern für den Ernstfall haben?

Üblich sind eine Patientenverfügung für Wünsche zur medizinischen Behandlung, ein Vorsorgeauftrag für die Vertretung bei Urteilsunfähigkeit, Anordnungen für den Todesfall zur Bestattung und ein Testament für den Nachlass. Verpflichtend ist die Patientenverfügung laut ch.ch nicht. Wichtig ist, dass die Angehörigen wissen, wo die Dokumente liegen.

Quellen und weiterführende Links

Nicolas HaelgMitgründer und Co-GeschäftsführerNicolas Haelg verantwortet mit Trauerportal den Ratgeber, der Angehörigen in der Schweiz die Schritte nach einem Todesfall verständlich erklärt.Mit KI recherchiert, von Nicolas Haelg geprüft

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